SPIEGELGELD
Kontext
        Globalisierung
        Neue Weltordnung
        Freundliche Übernahme


Konzept
        Spiegelgeld
                
Fallbeispiel
        Neue Landwirtschaft
        Freie Energie


Kontakt
        Forum
        eMail
        Impressum/AGBs



        download
                40h
                19,5 h
                Rückseite
Spiegelgeld ist kein Geld, auch keine Komplementärwährung. Spiegelgeldscheine sind formaljuristisch Vordrucke zum Dokumentieren von Schenkungen und unbezahlter Nachbarschaftshilfe. Mathematisch ist es ein negatives Abbild des normalen Geldes. Spiegelgeld fließt - dem normalen Geld entgegengesetzt - mit den Waren und Dienstleistungen. Beispiel: möchte ich mir die Haare schneiden lassen, so tut dies der Friseur und gibt mir zudem einen Spiegelgeld-Schein für eine Stunde Dienstleistung dazu. Mähe ich den Rasen meines Nachbarn, gebe ich ihm den Schein weiter. Bemessungsgrundlage ist die Arbeitszeit, die Scheine sind mit 1/2, 1,2,5,10 h also x Stunden beschriftet.

Soweit ist Spiegelgeld eine mathematische Inversion des Geldes. Sie ist wie (inflationsfreies Geld es wäre) auch quellenfrei. Spiegelgeld wäre in dieser Form z.B. geeignet als ein Hilfsmittel zum Organisieren eines Tauschrings.

Dieses Konzept wird nun um eine Quelle, eine Dynamik erweitert, die die Funktion des Sozialsystems übernimmt. Wir fügen eine kontinuierliche Geldschöpfung hinzu. Die Geldschöpfung wird an die landwirtschaftliche Produktion gekoppelt, d.h. der Bauer gibt zusammen mit dem Gemüse, Obst und Fleisch nicht nur Scheine als äquivalent seiner geleisteten Arbeitskraft weiter, sondern er druckt und gibt noch einmal die selbe Summe obendrauf. Dadurch entsteht eine kontinuierliche Geldvermehrung, d.h. ich kann das Geld nach einer bestimmten Anzahl von Transaktionen an einer anderen Stelle wieder vernichten. Dies geschieht in den "unproduktiven" Tätigkeiten. Im sozialen Bereich, für die Rente, für die Bildung, wo sowohl Schüler als auch Lehrer ihr Spiegelgeld bei der Schule abliefern können, wo es vernichtet wird. Die Anzahl der Transaktionen habe ich erstmal auf 14 festgelegt, scheint mir angemessen, das kann aber nach ersten Erfahrungen in der Praxis auch verändert werden. Für jede Transaktion wird eines der 14 Augen auf den Scheinen mit einem Kürzel signiert. Ist der Schein voll, ist er reif dafür in einer letzten Transaktion für etwas soziales aufgewendet und anschließend vernichtet zu werden.

Spiegelgeld ist der Versuch, einen gangbaren Weg zu finden zwischen der Globalisierung, wirtschaftlich wie politisch, der privaten Not, die dort zu Tage tritt wo die herkömmlichen Währungen versagen, und dem kommenden Machtkampf zwischen der global organisierten und organisierenden Macht und Versuchen der Selbstorganisation von freiheitsliebenden Bürgern. Mit einfließen tun die bereits gemachten Erfahrungen mit zinsfreiem Geld und mit Komplementärwährungen. Spiegelgeld ist auch inspiriert durch die Thesen von Jesus Wälti. Er will das Geld völlig abschaffen. Bei ihm soll alles nur aus Esprit und Nächstenliebe geschehen. Und was er schreibt, das fühlt sich gut an. Auch wenn wir auf Ängsten heraus noch weit davon entfernt sind, so etwas leben zu können. Ohne aufzurechnen. Ohne festzuhalten. Aber vielleicht fällt es dem einen oder anderen leichter, sich an etwas zu halten, was dem Alten äußerlich ähnlich sieht, aber im Kern schon das Neue in sich trägt. Wie die Solarlampen in Bangladesh, die über Jahre als Ladenhüter in den Geschäften vor sich hinrosteten, bis jemand auf die Idee kam die Akkus in Petroleumlampen zu verstecken und den Docht gegen eine Glühbirne zu tauschen. Genau das ist Spiegelgeld.

Niemand wird reich. Im schlimmsten Fall ist man reich (beschenkt worden), im besten Fall ist man blank, hat kein Spiegelgeld mehr in der Hand, und sich somit das Recht erworben für eine Weile zu ruhen. Niemand leidet jemals Not. Das simple Bedürfnis reicht um nehmen zu können.
Spiegelgeld entsteht neu und vergeht, so kann es langfristig, in den großen zeitlichen Zyklen, zu keiner Konzentration kommen. Räumlich gesehen ist das Land reicher als die Stadt. Die Stadt wird nicht zum Motor der Gesellschaft, sondern zum Luxusgut.

Spiegelgeld zählt Stunden, keinen Wert. So ist eines jeden Menschen Arbeit gleich gewürdigt. Diese Neuerung geht insbesondere darum auf, weil Lernen als Dienst an der Gesellschaft begriffen wird. So kann jeder der sich in Ausbildung befindet Spiegelgeld bei seiner Schule oder seinem Lehrer abgeben. So ist die Ausbildung finanziert und es gibt en passant keinen Grund, dass hochqualifizierte Menschen besser bezahlt werden sollten als niedrig qualifizierte. Berufliche Umorientierung wird kein Problem mehr sein. Zeiten des Lernens sind „finanziert". Das Leben wird inhaltlich reicher.

Spiegelgeld bedarf keiner zentralen Verwaltung. Einfach downloaden und ausdrucken. In kleinen Kreisen anfangen. Man muss sich nur mal vor Augen führen, wie hoch der Verwaltungsaufwand bei herkömmlichen Währungen und grade auch bei Komplementärwährungen ist. Banker, Steuerberater und Beamte, Kaufleute, Versicherungsvertreter, Buchhalter, alles Tribut ans festhalten wollen. Völlig unproduktive, sinnlose Arbeit.

Spiegelgeld erlaubt keine Zinswirtschaft. Das Erzübel des Geldsystems, der Grund für die zyklischen Währungscrashs und die ungerechte Verteilung. Einfach ausgehebelt.

Es macht keinen Sinn Spiegelgeld zu fälschen. Natürlich wird es Menschen geben die Scheinchen verschwinden lassen. Das ist dann Diebstahl an der Gesellschaft - moralisch gesehen. Aber wie viele Schmarotzer verkraftet unsere Gesellschaft auch im herkömmlichen System (Manager mit Millionengehältern), wie viele Arbeitslose (unfreiwillige Schmarotzer), wie viele Menschen mit unproduktiven Berufen der Geldverwaltung, wie viele Abzocker an den Börsen und an den Geldmärkten. Alles Potential, das freigesetzt wird, Müßiggang der erlaubt sein wird ohne dass deswegen jemand in Not gerät.

Die Grundbedürfnisse werden lokal gedeckt, weil Spiegelgeld besser in kleinen Kreisen zieht, in denen Vertrauen herrscht. Eine Entwicklung die der Globalisierung entgegenwirkt. Die dazu führen wird, dass der Planet gesundet, Kultur wieder mannigfaltig wird.

Geld stinkt nicht. Spiegelgeld schon. Wer nur nimmt und nie gibt kann aus dem Kreis ausgeschlossen werden. Das ist sicherlich der größte Angstfaktor bei der Einführung von Spiegelgeld. Werden die Menschen mich mögen, werden sie mich versorgen, oder werden sie mich in meiner Schlechtigkeit abweisen. Zugegeben ein Experiment für das man Mut braucht.

Aber nicht allzu viel Mut. Denn was man mit Spiegelgeld nicht kriegt kann man immer noch für Euro kaufen. Ein duales System ist für eine Weile ohne Probleme denkbar. Solange die staatlichen Währungen funktionieren. Wenn die staatlichen Währungen kollabieren wird Spiegelgeld nicht davon berührt. Es gewinnt nur an Bedeutung.